Auf Reisen, Österreich
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Unterwegs in Osttirol

Direkt vor unserem Fenster türmen sie sich auf, die Lienzer Dolomiten. Unverwechselbar markant ragen die Gipfel spitz in die Höhe. Die Dolomiten sehen einfach anders aus als andere Berge.
Wir stehen auf dem Comfortcampingplazt Falken nur fünf Minuten von der Lienzer Innenstadt entfernt und können uns von unserem Wohnwagenfenster aus nicht satt sahen an diesem Panorama. Lienz ist die Hauptstadt von Osttirol, die Dolomiten bilden die Grenze zu Südtirol. In knapp einer Stunde ist man von hier mit dem Auto im Nationalpark Drei Zinnen.

Der Blick aus unserem Wohnwagen auf die Lienzer Dolomiten.

Anreise über die Felbertauernstraße

Osttirol war für uns bislang ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Weder im Sommer noch im Winter waren wir jemals hier. Wir reisen über die Felbertauernstaße an. Über München geht es zunächst nach Kufstein und von dort bis nach Kitzbühel und dann nach Mittersill mitten hinein nach Osttirol. Seit 1967 gibt es die Straße. Früher, bevor es die Tauernautobahn gab,  war sie eine der Hauptverkehrsrouten in Richtung Osttirol, Kärnten und Italien. Die Straße führt mitten durch die Nationalpark Region. Wir stehen nicht im Stau und haben eine sehr entspannte Fahrt.  Eine top Alternative zu der oft überfüllten und von Stau geplagten Tauernautobahn. Zur Mittagszeit fahren wir zum Nationalparkzentrum Mittersill.

Es ist ein Museum, eine Ausstellung zu den verschiedenen Nationalparkwelten. Hanna rennt vom Murmeltier zu den Adlern, zum Gletscher, zu den Kühen und dann hoch ins 360° Panoramakino. Dort sitzt sie mit offenem Mund und schaut sich die Bilder der Berge, des Wassers und der Tiere an, die so lebensecht an uns vorbei ziehen. Auch ich staune. Im Nationalparkhaus darf angefasst und mitgemacht werden. Ein absoluter Ausflugstipp für die Region.

Weiter geht unsere Fahrt vorbei an hohen Bergen und unberührter Landschaft. Links und rechts der Felbertauernstraße gibt es viel zu entdecken. Am liebsten würde ich direkt nach Kals am Großglockner abbiegen. Aber Lienz, die Hauptstadt Osttirols, wartet auf uns.

Lienz – Hier beginnt der Süden

Wir schlendern mit einem Eis in der Hand durch die Innenstadt von Lienz. Es hat südlichen Charme dieses Städtchen. Ich fühle mich auf anhieb wie in Italien. Die Gassen sind belebt, ein Café reiht sich an das nächste, die Häuserfassaden sind bunt. Trotz den vielen Menschen geht es aber nicht hektisch zu. Es ist belebt, keiner ist in Eile, eine tolle Stadt um durch die Gassen zu flanieren. Lienz nennt sich selbst die Sonnenstadt und bewirbt sich mit dem Spruch „Bei uns beginnt der Süden“. Genauso fühle ich mich hier.

Nach dem Bummel laufen wir von der Innenstadt nur fünf Minuten bis zum Lienzer Dolomitenbad mit tollem Kinderbereich, Rutschen, warmen Innen-und Außenbereich. Auch ein sehr schönes, großes Freibad wäre dabei. Während Christi und die Kinder im kleinen Becken planschen, mache ich es mir im Außenbecken bequem und genieße den Blick auf die von der untergehenden Sonne angestrahlten Dolomiten. Herrlich.

Das Defereggental

Am nächsten Tag starten wir schon früh in Richtung Defereggental. Es ist ein Tal mitten im Nationalpark Hohe Tauern. Diesmal allerdings nicht auf der Kärntner sondern auf der Tiroler Seite des Parks. Wir fahren durch viele Tunnel immer weiter hinein in dieses Hochgebirgstal. Es ist ein wunderschönes Tal. Bauernhäuser aus Holz stehen am Weg. Kühe und Pferde grasen auf den Wiesen. Das Defereggental gehört zu den am wenigsten besiedelten Gebieten in den österreichischen Alpen. Ich entdecke verhältnismäßig wenige Hotels auf der Fahrt durch das Tal. Es ist ruhig hier, touristisch nicht überlaufen. Im Vergleich zu anderen, touristisch stark besuchten Regionen, sind die Orte hier überhaupt nicht künstlich. Das Defereggental strahlt etwas ursprüngliches, fast unberührtes aus. Unser Ziel ist der Ort St. Jakob. Auf 2.350 Meter Höhe entsteht mitten im Wandergebiet ein ganz besonderer Spielplatz. Wassermythos Ochsenlacke heißt er. Noch ist er nicht ganz fertig, aber wir wollen unbedingt einen ersten Blick darauf werfen. Zuerst mit der Gondel und dann mit dem Sessellift geht es hinauf.

Am neu errichteten Wassermythos Ochsenlacke in über 2.000 Meter Höhe.

Und dann sehen wir sie. Die fünf überdimensionalen Spielgeräte, die sich rund um den Bergsee auftürmen. Es sind wunderschöne Holztiere. Den Anfang macht Udo die Libelle, gefolgt von Cinni der Wasseramsel, Anura der Frosch, Salmo die Bachforelle, und Uro der Bergmolch. Man erkennt sofort, dass bei der Planung und Umsetzung des Spielplatzes viel Liebe investiert wurde und dass man etwas ganz naturnahes schaffen wollte.

Hanna klettert bereits in den Kopf des Frosches und Moritz rutscht den Flügel der Amsel hinunter. Das Areal um die Spielgeräte herum wird im kommenden Jahr noch schöner angelegt werden. Uns gefällt es aber schon jetzt. Wir laufen noch zur Arche, zur Aussichtsplattform direkt am Grat zum kleinen Leppleskofel hoch. Von dort eröffnet sich uns ein toller Blick in die Berge des Tals.

Das Defereggental ist vom Element Wasser geprägt. Es gibt viele Hochgebirgsseen, Flüsse, Wasserfälle, Quellen und Moore. Sogar Heilwasser hat das Defereggental. Ehrlich gesagt, fand ich es im ersten Moment recht witzig, dass in einem Schaufenster echtes Heilwasser vom Defereggental angeboten wird. Hört sich im ersten Moment nach Tourinap an. Ist es aber nicht. Im Gegenteil. 2004 wurde das Wasser bei einer Bohrung entdeckt. Es ist der fossile Rest eines Meeres in 1850 Meter Tiefe und über eine Million Jahre alt. Es ist Salzwasser das absolut unberührt ist und einen extrem hohen Gehalt an Mineralien und Spurenelementen. Seit 2011 ist das Wasser auch offiziell als Heilquelle anerkannt. Trinken kann man das Wasser nicht, dafür aber cremen oder wickeln oder sprühen. Das Heilwasser soll Entzündungen hemmen und die Zellerneuerung anregen. Natürlich habe ich es ausprobiert. Und tatsächlich hilft es bei der Heilung von kleinen Wunden und auch wenn man gestochen wird, lindert es stark den Juckreiz.

Lienzer Hausberge

Zurück in Lienz wollen wir uns den Schlossberg genauer anschauen. Die Stadt hat nämlich gleich zwei Hausberge, den Hochstein und das Zettersfeld. Im Winter sind beide Skigebiete.

Der Schlossberg liegt am Hochstein. Mit der Gondel starten wir von der Talstation Hochstein auf die Moosalm. Es ist ein Erlebnisberg für Familien. Das sieht und hört man gleich. Überall springen Kinder durch die Gegend, die sichtlich ihren Spaß haben. Im Streichelzoo Moosalm darf Hanna Ziegen, Hasen und Meerschweinchen füttern, die es sich sogar auf ihrem Schoß bequem machen. Nur ein paar Schritte weiter hat es einen großen Spielplatz und darüber eienn Kletterpark. Vom Aussichtsturm Venedigerwarte haben wir einen tollen Blick über Lienz bis hin zum Großvenediger.

Ziegen füttern auf der Mooseralm auf dem Schlossberg in Lienz.

In der Mooseralm gönne ich mir Schlipfkrapfen, eine Osttiroler Spezialität. Schlipfkrapfen sind mit Kartoffeln und Kräutern gefüllte Teigtaschen. Sie sind super lecker, machen aber auch ganz schön satt.
Und dann kommt das Highlight für Hanna. Gemeinsam mit ihrem Papa in einem Schlitten darf sie die 2,7 Kilometer lange Ganzjahresrodelbahn hinunter ins Tal düsen.

Lienz und Osttirol gefällt mir. Leider waren wir nur für drei Tage hier. Es hätte noch so viel zu entdecken gegeben. Das autofreie Gschlösstal, Kals am Großglockner oder Silian im Hochpustertal. Meine Bucketlist für Osttirol ist noch lange. Vielleicht kommen wir das nächste Mal im Winter her. Da sieht es hier bestimmt wie in einem Wintermärchen aus. Über die Felbertauernstraße fahren wir in Richtung Heimat und lassen die Berge langsam aber sicher hinter uns. Aber bestimmt nur für kurze Zeit. Der Winter naht und somit die Skisaison für uns. Berge – hier fühlen wir uns einfach wohl.

Info

Felbertauernstaße
Mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern führt die Felbertauernstraße. Eine echte Alternative zu Tauernautobahn. Weniger Verkehr, weniger Stau, mehr schöne Aussichten. Unbedingt einen Stopp im Nationalparkhaus in Mittersill einlegen. Entlang der Straße warten unendlich viele Ausflugsziele auf euch.
Felbertauernstraße
Nationalparkhaus Mittersill

Comfort & Wellness Camping Falken
Der Campingplatz liegt nur knappe 10 Minuten zu Fuß von der Lienzer Innenstadt entfernt. Er liegt absolut ruhig und man hat einen tollen Blick auf die Lienzer Dolomiten. Auf dem Platz ist ein kleiner Kiosk und es gibt Saunen und ein Dampfbad.
Camping Falken

Dolomitenbad Lienz
Ein wunderschönes Bad mit warmen Innen- und Außenbecken sowie einem Kinderbecken. Auch ein schönes Freibad und nettes Restaurant ist angeschlossen.
Dolomitenbad

Wassermythos Ochsenlacke
Ein toller, ganz naturnaher Spielplatz in über 2.000 Meter Höhe im Defereggental. Ein besonderer Ort. Unbedingt hingehen mit den Kindern.
Wassermythos Ochsenlacke

Defregger Heilwasser
Über 1 Million altes Salzwasser aus über 1.800 Meter Tiefe. Einfach mal ausprobieren und sich selbst eine Meinung bilden.
Defregger Heilwasser

Der Schlossberg
Der Schlossberg ist einer der beiden Lienzer Hausberge. Ein Familienberg mit Streichelzoo, Klettergarten, Spielplatz und riesiger Rodelbahn.
Schlossberg

2 Kommentare

  1. Ich werde bald nach Osttirol fahren, um dort meinen Urlaub zu verbringen. Deswegen bin ich auf der Suche nach Tipps und Empfehlungen, um meinen Aufenthalt am besten zu genießen. Dein Beitrag ist sehr hilfreich und hat mir schon gute Ideen angeboten. Danke!

    • Stadtmamaunterwegs sagt

      Ja super. Das freut mich ja. So soll es sein.
      Wo genau geht es denn für dich in Osttirol hin? Es liegt ja aktuell schon ganz schön viel Schnee dort. Liebe Grüße

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