Auf Reisen, Italien
Kommentare 4

Garda Trentino im Herbst

Hinter den Olivenbäumen unten im Tal glitzert der Gardasee in der Sonne. Es ist warm, das Licht ist ganz weich in diesen Herbsttagen. Eidechsen genießen die letzten Sonnenstrahlen des Jahres auf den Trockensteinmauern. Umrisse von Windsurfern sind auf dem See zu erkennen. Rechts ragen Felsen in die Höhe. Sie sind schroff und markant. Wir laufen im Schatten der Bäume über einen groben Schotterweg vom Örtchen Nago hinab nach Torbole.

Auf dem Weg hinab von Nago nach Torbole.

Die Region Garda Trentino bildet den nördlichsten Teil des Gardasees. Die Orte Torbole und Riva gehören dazu. Sie liegen direkt am Gardasee und sind ein Mekka für Wassersportler. Die Region erstreckt sich weit ins Hinterland des Gardasees. Die Städte Arco und Tenno gehören dazu.

Das Garda Trentino im Norden des Gardasees

Bislang kannte ich nur den Süden des Gardasees. Hier oben im Norden war ich noch nie. Wir wohnen auf dem Campingplatz Al Porto in einer Ferienwohnung. Der Platz ist klein, gepflegt und sehr schön angelegt. Er hat direkten Seezugang und bis zur Innenstadt von Torbole sind es zu Fuß keine fünf Minuten. Obwohl es schon Oktober ist, schlendern wir gegen Abend  am Ufer entlang.

Die Altstadt von Torbole.

Bunte Häuser, Palmen, kleine Gassen und Berge im Hintergrund bilden das Stadtbild. In den Restaurants rund um den kleinen Hafen sitzen noch viele Menschen draußen und genießen den Blick auf den See in der Dämmerung. Wir machen Halt an einem Spielplatz direkt am Wasser und schauen den Wassersportlern zu. Torbole hat ein international bekanntes Surf- und Segelzentrum. Zum Essen gehen wir ins Café Beust. In bester Lage mit Blick auf den See lassen wir uns eine Spezialität aus dem Garda Trentino schmecken. Salzfleisch mit Bohnen – es schmeckt richtig gut.

Abendessen im Café Beust mit Blick auf den See.

Das Garda Trentino ist eine Region, die viele Sportler anzieht. Das merken wir so richtig als wir uns am nächsten Tag E-Bikes und einen Radanhänger ausleihen. Überall treffen wir auf Mountainbiker und Rennradler. Gerade für Mountainbiker muss das Garda Trentino paradiesisch sein. Es gibt einen Bikepark, ein großes Netz an Mountainbike Wegen und geführten Touren und auch einen Bike Shuttle Service.

Mit dem Rad von Arco nach Torbole.

Wir verzichten darauf mit den Kindern die Schotterpisten hinunter zu düsen und begeben uns auf die gemütliche Tour von Torbole nach Arco. Wo viele Sportler unterwegs sind, gibt es meist auch eine gute Infrastruktur für sie. Das merken wir sofort auf dem Radweg, der uns nach Arco führt. Er ist top ausgebaut und beschildert. Für Familien, deren Kinder schon selbst radeln, eine absolute Empfehlung. Wir fahren durch Olivenhaine, vorbei an Weinbergen immer entlang des Flusses ins Hinterland. Oleander blühen, es riecht nach Herbst aber es fühlt sich nach Sommer an.
Zunächst lassen wir Arco links liegen und fahren weiter nach Ceniga zur Römischen Brücke. Sie überspannt den Sarca Fluss. Fast senkrecht ragen hier die Felsen empor. Nicht verwunderlich also, dass Arco ein Dorado für Kletter ist. Vor allem für Fremclimber ist Arco die Top Adresse zum Klettern.

Arco – hier gefällt es mir auf anhieb. Die Stadt strahlt eine ganz entspannte Stimmung aus was wahrscheinlich auch an den Menschen liegt, die hier unterwegs sind. Egal ob junge Leute oder ältere Menschen. Sie alle scheinen tiefen entspannt zu sein. Sie alle wirken irgendwie sportlich und naturverbunden. Das scheint hier Hand in Hand zu gehen. Es gibt mehrere Eisdielen, die mit hausgemachtem Eis und plastikfrei Slogans werben. Ich finde einen Schuhladen, der nur fair produzierte Schuhe verkauft und kleine Boutiquen, die individuelle Mode fernab von Mainstream vertreiben. Das gefällt mir.

Wir schlendern durch die Gassen und kehren im Alla Lega ein. Das Lokal liegt direkt in der Innenstadt und hat einen wunderschönen Innenhof. Hanna bekommt Gnocchis mit Tomatensoße und für uns gibts erst Spinat Ravioli in Salbei Butter und danach Saltimbocca und Rindercarpaccio mit Gemüse.

Das Essen im Garda Trentino ist ein Traum sag ich euch. Nach dem Essen machen wir uns auf den steilen Weg hinauf zum Schloss von Arco.

Auf dem Weg zum Schloss der Blick hinab auf Arco.

Wir laufen durch die Parkanlage und sind fasziniert von dem Blick hinab auf die Stadt und auf den Gardasee der am Horizont glitzert.

Nach der Besichtigung der Burgruine fahren wir zurück nach Torbole. Die Kinder schlafen friedlich im Hänger und ich gönne mir erst einmal einen Kaffee am Pool auf dem Campingplatz. Unsere Ferienwohnung mit Schlafzimmer, Bad und Küche mit Wohn- Esszimmer hat eine große Terrasse, die zu unserer Freude direkt gegenüber vom Spielplatz liegt. Während wir also ein Glas Wein trinken, gehen die Kinder spielen und wir verlieren sie dabei nicht aus dem Blick. Jeder der Kinder hat weiß: Das ist der Jackpot.

Der Campingplatz ist toll angelegt. Zu Fuß ist man in 5 Minuten in Torbole.

Am nächsten Morgen machen wir uns mit dem Bus in das nur wenige Kilometer entfernte Riva auf. Orangenbäume säumen die Fußgängerzonen, Palmen und Zitronen- und Olivenbäume und Lorbeeren wachsen hier. Riva liegt direkt am Fuße von steilen Felswänden. Weil die Kinder keine Lust zu Laufen haben, setzen wir uns in den Touribummelzug. Etwas das Christi und ich niemals selbst machen würden. Aber so ändern sich die Dinge halt. Die Kinder finden den Zug klasse und wir bekommen einen schönen Rundgang durch die Stadt ohne die Kinder gefühlt hundert Mal zum Laufen animieren zu müssen. Am Nachmittag steigen wir in ein Boot, das uns zurück nach Torbole bringt. Die Felsen von Riva werden kleiner und wir fahren mitten durch die Windersurfer hindurch.

Riva. Der Mix aus Palmen, Zitrusbäumen und Olivenhainen ist traumhaft.

Am Abend steht uns ein Highlight bevor. Wir besuchen das Agriturismo Madonna delle Vittorie. Zu Stehtischen umfunktionierte Weinfässer stehen auf der Wiese zwischen Weinreben und Olivenhainen. Weiß eingedeckte Tische stehen auf der Terrasse des Restaurants mit bodentiefen Fenstern. Es ist gemütlich und stilvoll. Im Hintergrund stehen große Weintanks. Die Weinbauern machen gerade Feierabend.

Absolute Empfehlung: Das Agriturismo Madonna delle Vittorie.

Wir bekommen eine Führung durch das Weingut und die Ölmühle, erfahren das mit Stein gepresstes Olivenöl etwas mehr Säure als Olivenöl ohne Steine hat und verstehen schnell wieviel Arbeit hinter der Ölherstellung steckt. Wenn im November die Ernte beginnt, werden die Oliven noch am gleichen Tag an dem sie vom Baum kommen kalt gepresst. Außer Wein und Öl kommt auch das Rindfleisch im Restaurant aus der eigenen Zucht und die Pasta wird selbst hergestellt.

Auf der Karte finden sich nur für die Region typische Speisen wieder. Wir starten mit geräuchertem Lachs auf Gurken und Feigen und Salzfleisch, gönnen uns im zweiten Gang Nudeln auf Tatar mit Zucchiniblüten und wählen zum Hauptgang ein Rintersteak. Alles ist unfassbar gut. Man schmeckt die Qualität der Waren.

Eine Region für aktive Menschen, die Wert auf Genuss, Kulinarik und Nachhaltigkeit legen – so würde ich das Garda Trentino beschreiben. Selten war ich auf Anhieb so von einer Region angetan. Wir fühlten hier einfach richtig wohl und gut aufgehoben. Wir kommen wieder.

Info

Garda Trentino
Die Region Garda Trentino liegt ganz im Norden des Gardasees und umfasst die 6 Gemeinden Riva del Garda, Arco, Nago-Torbole, Dro, Drenau und Tenno. Sportler aller Art kommen hier auf ihre Kosten. Egal ob Surfen, Segeln, Paddeln, Kletter, Radeln – für alle ist etwas dabei. www.gardatrentino.it

Radfahren & Radverleih
Vor allem für Radfahrer ist das Garda Trentino eine Top Adresse. Die Region hat mehr als  900 Kilometer Mountainbike Strecken. Doch es gibt auch familientaugliche, ganz gemütliche Radwege.
Mein Tipp: Mit dem Rad von Torbole nach Arco. Super toll ausgebauter Weg, der einen an Olivenhainen und Weinberge vorbei führt.
Unsere E-Bikes samt Hänger haben wir bei Velo Lake in Torbole geliehen.

Öffentliche Verkehrsmittel
In die Orte Riva und Nago gelangt man bequem mit dem Bus. Mit der Gästekarte ist der Bus gratis. 
Busfahrpläne
Von Torbole aus fährt ein Schiff regelmäßig Riva und die anderen Städte am Gardasee an.
Schifffahrplan

Restaurant-Tipps

Café Casa Beust Torbole
Schönes Restaurant direkt am Hafen von Torbole. Man kann im Freien, im Wintergarten, auf der Terrasse und im Speiseraum sitzen. Auf der Speisekartesind typische Gerichte aus dem Garda Trentino extra ausgezeichnet.
Café Casa Beust

Restaurant Benaco Torbole
Ebenfalls direkt im Hafen von Torbole liegt das Restaurant und Hotel Benaco. Auch hier hält die Speisekarte typische Gerichte aus dem Garda Trentino für euch bereit.
Restaurant Benaco

Alla Lega Arco
Das Alla Legt ist ein wunderschönes Lokal mitten in der Altstadt von Arco. Man sitzt wunderschön und das Essen schmeckt fantastisch.
Restaurant Alla Lega

Agriturismo Madonna delle Vittorie
Das Agriturismo produziert eigenen Wein und Öl und hält zu dem Rinder. Die Produkte kann man im Laden kaufen.
Mein absoluter Tipp!!! Das Essen und das Lokal ist top.
Agriturismo Madonna delle Vittorie

4 Kommentare

  1. Wow, der nördliche Gardasee ist wirklich wunderschön, meiner Meinung nach hört man viel zu wenig davon! Im Süden waren wir früher öfters, Sirmione und Peschiera und dann und wann einen Abstecher nach Bardolino, das war zwar auch super aber mir viel zu überrannt. Danke für den Tipp! Vielleicht überzeuge ich meinen Mann und die Kinder, dass wir auf dem Nachhauseweg vom Urlaub in Südtirol nächste Woche noch einen kleinen Umweg über Riva einlegen, und sei es nur zum Essen

    Lg Tammy

    • Stadtmamaunterwegs sagt

      Ja. Genauso geht es mir auch. Man hört immer nur vom Süden und der ist für meinen Geschmack auch tatsächlich ziemlich überlaufen. Klar auch im Norden ist zur Hochsaison viel los. Dennoch ist es von der Stimmung her anders. Ich hoffe du kannst deinen Mann überzeugen. Es lohnt sich:) Wohin geht es für euch nach Südtirol?

      • Da wird nicht lange gefragt, der wird sich schon überzeugen lassen 😉 für uns geht es nach Naturns in den Vinschgau, wir steigen da schon seit Jahren im Feldhof ab, ein super Familienhotel mit Wellness für Groß und Klein. Von da aus dann verschiedene Ausflüge das Tal rauf und runter, mit dem Rad oder auf den vielen Wanderwegen… Sehr zu empfehlen!

  2. Stadtmamaunterwegs sagt

    Ja. Genauso geht es mir auch. Man hört immer nur vom Süden und der ist für meinen Geschmack auch tatsächlich ziemlich überlaufen. Klar auch im Norden ist zur Hochsaison viel los. Dennoch ist es von der Stimmung her anders. Ich hoffe du kannst deinen Mann überzeugen. Es lohnt sich:) Wohin geht es für euch nach Südtirol?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.