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Unterwegs in Osttirol

Direkt vor unserem Fenster türmen sie sich auf, die Lienzer Dolomiten. Unverwechselbar markant ragen die Gipfel spitz in die Höhe. Die Dolomiten sehen einfach anders aus als andere Berge. Wir stehen auf dem Comfortcampingplazt Falken nur fünf Minuten von der Lienzer Innenstadt entfernt und können uns von unserem Wohnwagenfenster aus nicht satt sahen an diesem Panorama. Lienz ist die Hauptstadt von Osttirol, die Dolomiten bilden die Grenze zu Südtirol. In knapp einer Stunde ist man von hier mit dem Auto im Nationalpark Drei Zinnen. Anreise über die Felbertauernstraße Osttirol war für uns bislang ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Weder im Sommer noch im Winter waren wir jemals hier. Wir reisen über die Felbertauernstaße an. Über München geht es zunächst nach Kufstein und von dort bis nach Kitzbühel und dann nach Mittersill mitten hinein nach Osttirol. Seit 1967 gibt es die Straße. Früher, bevor es die Tauernautobahn gab,  war sie eine der Hauptverkehrsrouten in Richtung Osttirol, Kärnten und Italien. Die Straße führt mitten durch die Nationalpark Region. Wir stehen nicht im Stau und haben eine sehr …

Millstätter See in Kärnten

Mit jedem Ruderschalg schippert das Holzboot weiter hinaus auf den Millstätter See. Die herrschaftlichen Häuser des Örtchens Millstatt werden kleiner am Horizont und wir nähern uns schaukelnd der anderen Seeseite. Dort zieren Bäume das Ufer. Es ist unverbaut und liegt herrlich naturbelassen da. Das Boot hält an. Neben mir auf er Bank sitzt Hanna. Ich halte sie fest im Arm. Mit nackten Füßen und einer Schwimmweste sitzt sie da und lauscht Peter Sichrovsky. Peter trägt kurze Hosen und ein lässiges Shirt. Gerade hält er eine noch zappelnde Reinanke in den Händen. Mit einem kurzen Schlag auf den Kopf erlöst er den Fisch. Hanna macht große Augen. Ich mache mir etwas Sorgen wie sie reagiert. Doch Peter erzählt, dass es beim Fischen wichtig ist die Tiere nicht leiden zu lassen. Er erklärt, dass Fische nur unter Wasser atmen können und dass sie sich sobald sie an der Luft sind quälen und man sie deshalb schnell von diesen Qualen befreien muss. Hanna hört zu und nickt als ob sie jedes Wort verstehen würde. Peter ist Fischer und …

Nationalpark Hohe Tauern in Kärnten

Es ist früh am Morgen. Die Kinder drücken sich die Nasen an der Wohnwagenscheibe platt. Gerade geht die Sonne auf. Wir stehen in erster Reihe zu einem kleinen See im Fugo Freizeitcamp. Noch hängen ein paar Nebelschwaden über dem Wasser. Im Hintergrund ragen die Berge empor. Das Wasser glitzert im Sonnenlicht und ein Schwan macht sich auf den Weg ins Wasser. Ich ziehe den Kindern Matschhosen über den Schlafanzug. Dann dürfen sie raus. Es ist so still hier. So herrlich ruhig. Schnell brühe ich mir einen Kaffee auf, setze mich vor den Wohnwagen und beobachte die zwei. Hanna lässt Steine im Wasser flippen, Moritz befühlt das noch feuchte Gras mit seinen Händen. Christi kommt mit frischen Brötchen vom Bäcker. Der Start in unseren ersten Tag unserer Elternzeitreise hier in Kärnten könnte nicht besser beginnen. Wir sind in Kleblach-Lind auf einem ganz neu eröffneten Campingplatz. Die Gemeinde liegt im Oberen Drautal rund 10 Kilometer von dem Städtchen Greifenburg entfernt. Die Region gehört zum Kärntner Teil des Nationalparks Hohe Tauern. Das ist der größte Nationalpark in ganz …

Urlaub in Kärnten

Nebelschwaden wabern um uns herum und ziehen in Richtung Gipfel. Zwischendrin reißt es für kurze Momente auf und dann erhaschen wir einen Blick hinab ins Tal auf den in der Sonne glitzernden Millstätter See. Die Stimmung hier auf der Millstätter Alpe in Richtung Granattor ist fast mystisch. Es ist wunderschön. Moritz gluckst in der Trage auf meinem Rücken, Hanna schläft in der Kraxe auf Paps Rücken. Fast 400 Höhenmeter haben wir in der letzten Stunde zurück gelegt. Uns rinnt der Schweiß und dennoch sind wir glücklich. Kärnten, das südlichste Bundesland Österreichs haben wir uns in diesem Sommer für unsere vierwöchige Elternzeitreise mit dem Wohnwagen ausgesucht. Warum gerade dorthin? Echt, ihr macht vier Wochen Urlaub nur in Österreich? Das haben uns viele gefragt. Frankreich, Portugal, Spanien, Irland…. Das wäre doch alles viel schöner, sagten sie uns.  Stimmt nicht. Kärnten ist wunderschön. Land der Seen Kärnten. So ein bisschen kannten wir das Bundesland bereits. Christis Papa kommt von dort. Vom Klopeiner See genauer gesagt. Jeden Sommer hat Christi dort als Kind seine Sommerferien verbracht. Und auch wir …

DIY Camper – Der Kauf

Ein eigener Camper – davon haben mein Mann und ich schon lange geträumt. Anfangs malten wir uns in unseren Gedanken eine hippen VW Bus im Retro Style aus. Dann, als Hanna auf der Welt war, lernten wir die Vorzüge eines Wohnwagen kennen. Warum? Das habe ich euch bereits in meinem Artikel „Warum wir Campen lieben“ verraten. Wir verliebten uns in die Vorstellung uns einen alten Wohnwagen zu kaufen und ihn ganz noch unseren Vorstellungen zu renovieren.  Die Suche nach einem gebrauchten Camper Nach unserer zweiten Elternzeitreise machten wir uns also auf die Suche nach einem gebrauchten Wohnwagen. Da Christi und ich beide den neuen Führerschein und keinen Hängerschein besitzen, musste es ein leichter und somit auch kleiner Wohnwagen mit familientauglichem Grundriss sein. Gar nicht so einfach so etwas günstig zu finden. Doch wie es der Zufall wollte, verkauften Verwandte von uns ihren kleinen Knaus Vimara 360. Den richtigen Grundriss finden Schon beim ersten Betreten hat es uns der kleine, schnuckelige Wohnwagen angetan. Der Grundriss war perfekt für uns und unsere Bedürfnisse. Wenn man rein kommt, befindet …

Campen mit Kindern

Die Reisevorbereitung Elternzeit im Wohnmobil? Echt, das traut ihr euch? Was für mich das Normalste auf der Welt war, war für viele unserer Freunde total verrückt. Mit einem acht Monate alten Baby im Van durch Frankreich zu tingeln war für sie gefühlt ein größeres Abenteuer als den Mount Everest zu besteigen. Aber es ist halt wie immer. Das was einem selbst  vertraut ist, macht einem keine Angst. Und Christian und ich waren schon oft Campen. Gerade mit ganz kleinen Kindern ist Campen auch eigentlich gar kein Problem. Im Normalfall schlafen die Kleinen egal wo man sie hinlegt. Ob das das Bett zu Hause, die Matratze bei Oma, das Hotelbett oder eben das Bett im Wohnmobil ist. Hauptsache sie fühlen sich geborgen. Eigentlich finde ich Campen mit Kleinkindern sogar entspannter als einen Hotelaufenthalt, zumindest dann wenn man rumreist. Durch den Wohnwagen oder Van haben die Kinder eine Basis auf Reisen, die sich nicht verändert. Reist man von Hotel zu Hotel oder von Ferienwohnung zu Ferienwohnung, kann das für die Kinder unter Umständen etwas anstrengend sein sich …

Nachhaltigkeit auf Reisen

Einwegflaschen liegen in unserem Vorzelt. Daneben leer getrunkene Quetschis und Plastiktüten aus dem Supermarkt. Gerade packe ich unser Vesper für den Ausflug in Alufolie ein. Ich bin genervt. Genervt weil wir auf unserer Reise so viel Müll produzieren. Vielleicht fällt es mir hier im Urlaub besonders auf weil ich zu Hause schon lange darauf achte so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Obst und Gemüse nehme ich lose anstatt in Folie verpack mit, ich habe fast immer eine Stofftasche zum Einkaufen dabei und Getränke kaufen wir in Glasflaschen. Klar, das sind teilweise banale Dinge. Aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch ist mein Haushalt natürlich noch weit entfernt von einem zerowaste Haushalt. Erst recht seit wir Kinder haben. An Stoffwindeln habe ich mich nie ran getraut und auch Feuchttücher mache ich nicht selbst. Dinge wie Geschirrspültaps kaufen wir noch immer anstatt sie selbst herzustellen. Und das obwohl jeder einzelne Tab in Plastik verpackt ist. Was ein Unsinn wenn man genau darüber nachdenkt.  Und auf unserer Elternzeitreise ist es mir irgendwie noch schwerer gefallen …

Das zehn Minuten Vorzelt

Stangen, riesige Planen, Schlaufen von denen man nie weiß wo sie hingehören. Was habe ich schon beim Aufbau von Vorzelten geflucht. Und ich weiß, ich bin nicht allein damit. Es ist immer wieder ein Schauspiel zu beobachten wie Leute, vorzugsweise Campingneulinge, am Aufbau des Vorzeltes kläglich scheitern. Und es gibt bestimmt auch eine Dunkelziffern an Ehen, die wegen dem Vorzelt Aufbau  in die Brüche gegangen ist. Schon beim Kauf unseres kleinen Wohnwagens war uns klar, dass er ein absolut schön Wetter Wohnwagen ist. Geschlafen wird drinnen, gegessen wird draußen. Doch gerade wenn man mit Kindern reist, ist es wichtig auch im Freien vor Wind- und Regen geschützt zu sein. Deshalb gehört für mich ein Vorzelt ganz klar  zur Grundausstattung, wenn man als Familie campen geht. Ein Zelt zum Aufblasen Auf der Recherche nach dem passenden Vorzelt bin ich schnell bei den so genannten Air Tents hängen geblieben. Diese Zelte haben anstatt einem Gestänge, mit Luft gefüllte Streben. Sprich: Man pustet das Zelt einfach auf. Kein lästiges Stangen einfädeln und ewiges Bedienungsanleitungen lesen. Das hat mich überzeugt. …

Elternzeitreise – Warum wir Campen lieben

Zelt, Wohnmobil oder Wohnwagen. Ganz egal. Campen ist für mich eine der schönsten Arten zu Reisen. Warum? Ich denke es gibt keine naturnähere Form unterwegs zu sein. Sobald man die Tür aufmacht oder den Reisverschluss vom Zelt öffnet, ist man im Freien, draußen an der frischen Luft. Und das mag ich so sehr. Beim Campen reduziert sich alles irgendwie auf das Wesentliche. Allein durch die Größe des Vans oder Zelts beschränkt sich das Reisegepäck enorm. Man hat meist nur das Nötigste dabei. Und siehe da: Es reicht vollkommen aus. Beim Campen ist man frei. Frei dorthin zu reisen wo man will. Gefällt es einem an einem Ort nicht, packt man seine sieben Sachen und fährt weiter. Diese Spontanität bietet eigentlich keine andere Reiseform. In der Hauptreisezeit in touristischen Hochburgen trifft das so leider nicht mehr ganz zu. Da muss man die Campingplätze vorgebucht haben. Schon vor den Kindern waren wir oft campen. Auch beruflich als Reiseredakteurin verbrachte ich viele Stunden im Van, Camper und Zelt. Keine Frage also, dass wir auch mit unseren Kindern campen gehen. …

Carezza Dolomites – Familienskigebiet in Südtirol

Skiurlaub im Weltnaturerbe Dolomiten Pinker Schneeanzug, blauer Helm, rote Ski, Sonnenbrille auf der Nase und Schnulli im Mund. Dieses Bild werde ich wohl nie vergessen. Es hat sich in meine Erinnerungen eingebrannt. Es ist das Bild wie Hanna zum ersten Mal auf Ski steht und den Berg hinab flitzt. Okay. Flitzen ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Rutschen trifft es eher. Sie hat ihre Skilehrerin an der Hand. Freudestrahlend fährt sie auf ihren Papa zu. Er wartet unten mit ausgebreiteten Armen auf sie und fängt sie auf. Vor Rührung muss ich fast ein paar Tränen verdrückten. Wir sind im Skigebiet Carezza Dolomites  im Eggental in Südtirol. Wie eine Wand baut sich der Rosengarten vor uns auf. Der Rosengarten ist ein acht Kilometer langes Bergmassiv mit zehn Gipfeln. Er gehört zum Weltnaturerbe Dolomiten. Fast bizarr sehen die Felsen aus. Sie ragen senkrecht in die Höhe. Die Gipfel sind spitz. Das Bergmassiv wirkt allerdings in kennerweise beengend auf uns. Dreht man sich um, weg von den Felsen, schaut man in die Weite. Am Horizont sehen wir die Gipfel des …