Auf Reisen, Italien
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Carezza Dolomites – Familienskigebiet in Südtirol

Skiurlaub im Weltnaturerbe Dolomiten

Pinker Schneeanzug, blauer Helm, rote Ski, Sonnenbrille auf der Nase und Schnulli im Mund. Dieses Bild werde ich wohl nie vergessen. Es hat sich in meine Erinnerungen eingebrannt. Es ist das Bild wie Hanna zum ersten Mal auf Ski steht und den Berg hinab flitzt. Okay. Flitzen ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Rutschen trifft es eher. Sie hat ihre Skilehrerin an der Hand. Freudestrahlend fährt sie auf ihren Papa zu. Er wartet unten mit ausgebreiteten Armen auf sie und fängt sie auf. Vor Rührung muss ich fast ein paar Tränen verdrückten.

Mit etwas über zwei Jahren steht Hanna zum ersten Mal auf Ski.

Wir sind im Skigebiet Carezza Dolomites  im Eggental in Südtirol. Wie eine Wand baut sich der Rosengarten vor uns auf. Der Rosengarten ist ein acht Kilometer langes Bergmassiv mit zehn Gipfeln. Er gehört zum Weltnaturerbe Dolomiten. Fast bizarr sehen die Felsen aus. Sie ragen senkrecht in die Höhe. Die Gipfel sind spitz. Das Bergmassiv wirkt allerdings in kennerweise beengend auf uns. Dreht man sich um, weg von den Felsen, schaut man in die Weite. Am Horizont sehen wir die Gipfel des Alpenkammes. Ein traumhaftes Panorama. Benannt ist das Skigebiet nach dem Karer See. Ein See, der im Sommer seine Farbe ändert und in dessen Wasser sich die der Rosengarten und der Bergriese Latemar spiegeln.

Ein Hotel mitten im Skigebiet ist ideal für Skiurlaub mit Baby und Kleinkind

Mittlerweile sitzen wir auf der Terrasse unseres Hotels. Die Moseralm befindet sich mitten im Skigebiet. Es ist Nachmittag. Die Sonne geht unter, es beginnt zu dämmern. Die letzten Lichtstrahlen des Tages treffen auf die Felsen des Rosengartens. Sie färben den Stein rosa. Enrosadia wird das Naturspektakel genannt. Wir schauen uns das Glühen der Dolomiten an. Der Hotelhund Judy hat sich zu uns gesellt. Ein riesiges, ganz gemütliches Kerlchen, der sich von Hanna in aller Ruhe streicheln lässt.

Unser Zimmer in der Moseralm befindet sich im zweiten Stock, ist groß und gemütlich. Es versprüht Bergcharme. Holz ist das dominierende Element. Der rote Teppich passt gut dazu. Vor unserem Doppelbett steht das Babybett und das Sofa haben wir für Hanna zur Schlafcouch ausgezogen. An einem Essplatz mit Tisch und zwei Bänken im Zimmer spielen wir, lesen Bücher oder Essen kurz eine Kleinigkeit.

Vom Bett auf´s Brett – das Hotel liegt direkt an der Piste.

Das Hotel hat sich auf Familien eingestellt. Das erkennen wir nicht nur am Zimmer. In der Lobby mit vielen Polstermöbeln und  Kamin hat es auch eine Spielecke mit Puzzeln und Brettspielen. Im Untergeschoss des Hotels ist ein Spielraum und zur Freude aller Kinder ein Schwimmbad. Schlitten stehen im Skikeller für die Kleinen bereit, im Restaurant hat es Kinderstühle.

Vom Bett aufs Brett – das trifft für die Moseralm wirklich zu. Keine 100 Meter zu Fuß vom Hotel befinden sich gleich zwei Schlepplifte. Näher geht´s wohl nicht. Für uns als Familie mit Baby und Kleinkind ist das genial. Während der eine auf die Piste geht, kann der andere mit den Kindern auch mal im Hotel bleiben, planschen gehen oder einfach Mittagsschlaf machen.

Überhaupt ist das Skigebiet Carezza Dolomites mit seinen 41 Pistenkilometern ein ideales Familienskigebiet. Dreiviertel aller Pisten sind blau oder rot. Die Pisten sind breit und es ist hier überhaupt nicht überlaufen. Und die Skischule ist der hit.

In welchem Alter stellt man seine Kinder auf Ski?

Von Anfang an war uns klar, dass wir unsere Kinder schon ganz jung auf Ski stellen wollen. Aber zweieinhalb Jahre kam mir wirklich früh vor. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass Hanna schon jetzt Spaß daran hat und motorisch weit genug dafür ist. Eigentlich war ich mir sicher, dass der Skispaß mit dem Anziehen der Skischuhe für sie beendet ist. Doch ich liege falsch.

Zusammen mit zwei anderen Kindern  und zwei Skilehrerinnen ist Hanna im Ski-Kindergarten der Skischule Carezzim Naniland an der Frommer Alm unterhalb von den beiden Laurin Sesselliften. Es ist ein Raum mit Bällebad, Maltisch und Spielküche. Einzig eine kleine Rampe lässt vermuten, dass der Raum etwas mit Skifahren zu tun hat. Die Kinder spielen zusammen, lernen zunächst einmal die Lehrerinnen kennen, bauen Vertrauen auf. Nach etwa einer Stunde folgt der nächste Schritt. Hanna steckt ihre Füße in die winzigen Skistiefel, wackelt an der Hand der Lehrerin die Rampe hoch und rutscht sie auf den Stiefeln herunter. Es folgt ein Ski, dann der andere. Trockenübung im Kindergarten. Hanna hat Spaß, sie lacht und findet ihre Skier toll.

Erst jetzt geht es raus in den Schnee, ins Zwergenland. Ein Rollband befördert die Kinder den Hügel hoch. Dann geht es los. Etwas skeptisch steht Hanna oben. Sie weiß glaube ich noch nicht was sie von dem ganzen halten soll. Dann entdeckt sie unten ihren Papa, gibt sich einen Ruck und fährt los. Ganz spielerisch, ohne Druck hat das funktioniert. Noch drei, vier weitere Male fährt sie runter. Dann hat sie keine Lust mehr, will lieber rutschen und auf die Hüpfburg. Für uns ist das völlig okay. Man sollte nicht die Erwartung haben, dass Kinder in so jungem Alter einen ganzen Vormittag lang Skifahren. Es ist eher eine spielerische Begegnung mit Schnee. Außer kinderfreundlichen Unterkünften, einfachen Pisten und einer guten Skischule braucht es auch ein vielfältiges Angebot für Familien damit man von einem guten Familienskigebiet sprechen kann. Eine Rodelbahn und Winterwanderwege. Ein Angebot bei dem jedes Familienmitglied auf seine Kosten kommt. Carezza Dolomites hat dieses Angebot.

Südtirol ist einfach familienfreundlich

Südtirol. Während unserer zweiten Elternzeitreise mit Hanna sind wir am Kalterer See hängen geblieben. Schon damals hat uns Südtirol gefesselt. Die Natur ist wunderschön, das Essen himmlisch und die Leute kinderfreundlich. Auch jetzt im Winter ist es nicht anders. Zum Mittag kehren wir auf der Obertierscher Alm ein.  Schlutzkrapfen, Käsepolenta und ein kleiner Knödel liegen auf meinem Teller. Es schmeckt so gut.

Genuss Skifahren bekommt in Südtirol für mich eine ganz neue Bedeutung. Da kann sich die eine oder andere SB Hütte in den Alpen gern eine Scheibe abschneiden. Nach dem aufregenden Skivormittag ist Hanna platt. Ganz heimlich schnappt sie sich die Babyschale von ihrem Bruder, stellt sie sich mitten in die Hütte, kuschelt sich in den Fellsack  und schläft innerhalb von Sekunden ein. Es ist das erste Mal seit sie auf der Welt ist, dass sie sich selbst schlafen legt. Wir lachen und ziehen ernsthaft in Erwägung in die Berge auszuwandern. Auch Moritz tut die Bergluft gut. Er ist friedlich und schlummert in der Trage an Papas Bauch. Das ist meine Gelegenheit. Beide Kinder schlafen. Ich schnappe mir mein Board und ab gehts auf die Piste. Ich sitze im Sessellift, fahre direkt auf die steile Wand des Rosengartens zu. Es ist still. So herrlich ruhig. Ich genieße das, diese kurzen Momente der Ruhe in denen ich nur für mich verantwortlich bin. Die Piste ist fast leer. Auf dem Board fahre ich die Piste hinunter und ich merke wie gut mir das tut.

Ist Skiurlaub mit Baby und Kleinkind anstrengend?

Viele haben mich gefragt, ob Skifahren mit einem knapp fünf Monate alten Baby und einer Zweieinhalbjährigen nicht stressig ist? Also Wellnessurlaub ist es sicherlich nicht. Die ganze Anzieherei der Kinder, das Mitschleppen von Kinderwagen, Trage, Wickelrucksack, Essen und Skiausrüstung ist manchmal anstrengend. Aber für uns überwiegen ganz klar die positiven Momente. Uns entspannen die Berge. Und unsere Kinder anscheinend auch. Wir ziehen aus einer Abfahrt mit dem Board mehr Energie für uns als in einer Woche am Pool. Wir sind einfach gern draußen in der Natur und aktiv unterwegs. Das ist unser Ding. Und deswegen finden wir es auch nicht anstrengend. Ganz klar: Der nächste Skiurlaub kommt.

Info

Eggental Tourismus
Dolomitenstraße 4
I-39056 Welschnofen
Te.: 0039/04 71 61 95 00
www.eggental.com

Hotel Moseralm
Schönblickweg 8
I-39056 Karersee
Tel. 0039/04 71 61 21 71
www.moserarlm.com

Ski & Snowboardschule Carezza
Via Carezza 157
I-39056 Nova Levante
Tel.0039/04 71 61 22 36
www.carezzaskischool.com

Offenlegung: Unsere Reise in die Dolomiten wurde vom TVB Eggental unterstützt. Ein herzliches Dankeschön dafür! Meine Meinung bleibt davon jedoch wie immer unangetastet.

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