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Bauernhofurlaub in der Wildschönau – Teil 2

Die Unterkunft 

Noch im Schlafanzug aber schon mit Gummistiefeln an den Füßen stapft Hanna mit einem Korb im Arm in Richtung Hühnerstall. Vor der Tür wedelt sie mit ihren Händen. Sie will auf meinen Arm und rein zu den Kickis, wie sie die Hühner nennt. Eine Henne gackert vor sich hin und legt gerade ein Ei. Hanna strahlt als sie drei weitere frische Eier entdeckt. Vorsichtig legt sie die Eier in den Korb und präsentiert sie ihrem Papa.
Bauernhofurlaub. Ich habe mir schon gedacht, dass uns das gefällt. Doch der Urlaub hier in der Wildschönau auf dem Biobauernhof Hinter-Altensberg hat unsere Erwartungen übertroffen.

Ist das Kind entspannt, sind es die Eltern auch

Wir hätten Hanna mit der Wahl des Hofes glaube ich nicht glücklicher machen können. Kater Moritz, die zwei kleinen Zwergponys Ronja und Chico, die vielen Hühner, ein Hase und dann natürlich die Kühe und Kälbchen auf der Alm – all diese Tiere haben es Hanna wirklich angetan. Für uns als Eltern ist es toll zu sehen wie sie die Woche über Vertrauen zu den Tieren aufbaut, Spaß mit ihnen hat und sich um sie kümmert. In ihrer Babysprache erzählt sie dem Hasen gefühlt stundenlang Geschichten während sie ihm einen Löwenzahn nach dem anderen zum Essen gibt. Und ganz ehrlich: Wenn das Kind entspannt ist, sind es die Eltern auch. Christian und ich genießen die Zeit auf dem Bauernhof genau so wie Hanna. Wir fühlen uns bei den Gastgebern Verena und Hannes absolut wohl. Vor ein paar Jahren haben die beiden den Hof von Verenas Eltern übernommen und dann erst einmal kräftig investiert.

Der große Garten mit Spielplatz ist perfekt für Familien.

Auf Erkundungstour bei den Hühnern.

Gastgeberin Verena mit Hanna beim Eier holen.

Wohnen auf dem Biobauernhof Hinter-Altensberg

Das sieht man dem Hof an. Die oberen zwei Stockwerke des für die Region typischen Bauernhauses sind aus Holz, große Balkone zieren die Fassade und vor der Haustür stehen Bänke und Tische zum Verweilen. Und der Garten ist ein Traum für Familien. Rutsche, Wippe, ein süßes Spielhäuschen aus Holz, ein großes Schwimm- und ein kleines Planschbecken und eine Tischtennisplatte – was will man mehr?
Im ersten Stock des Hauses befinden sich mehrere Doppelzimmer und Apartments im oberen Stock, der erst 2014 ganz neu erbaut wurde, vier Familienzimmer. Wir beziehen das Apartment Sonnjoch. Es gefällt uns auf Anhieb und trifft genau unseren Geschmack. Es ist schlicht und dennoch gemütlich, es ist minimalistisch ohne viel Deko eingerichtet. Holz ist das dominierende Element. Im Schlafraum steht mittig ein großes Doppelbett, seitlich zwei Hochbetten. Für Hanna schiebt uns Verena zusätzlich noch ein Gitterbett in das große Zimmer. Ein Durchgang verbindet das Schlafzimmer mit der Wohn- Essküche. Eine kleine Kochnische, ein großer Tisch mit Eckbank und Stühlen sowie ein Fernseher finden sich hier. Das Bad ist ebenfalls ganz modern und top gepflegt. Unser Highlight ist aber der Balkon. Von hier aus genießen wir den Blick übers Tal, auf das Dorf Auffach und auf die Schatzbergbahn. Am Abend, wenn Hanna schläft, sitzen Christian und ich eingepackt in eine Decke hier draußen. Hier schalten wir komplett ab und lassen den Alltag mal Alltag sein.

Der herrliche Ausblick von unserem Balkon ins Tal.

 

Das Essen

Genauso toll wie das Haus ist auch das Essen. Morgens zum Frühstück kommen neben Brötchen, frischer Wurst und Käse, Marmelade und Honig natürlich auch Eier aus dem eigenen Hennenstall auf den Tisch. Wahlweise als gekochtes, Rühr- oder Spiegelei. Wir haben unseren Aufenthalt mit Halbpension gebucht und werden daher jeden Abend mit einem Dreigangmenü verwöhnt. Alles ist bio, alles kommt aus der Region. Das gefällt mir und das schmeckt. Von Kaspressknödelsuppe über Würstchen aus eigener Produktion mit Kraut und Kartoffelbrei über mega leckere Heidelbeerküchlein ist alles dabei. Einfach lecker. Für mich ist es gefühlt purer Luxus mal nicht jeden Tag darüber nachzudenken was ich heute koche. Und hier im Gastraum vom Bauernhof stört es auch niemand, wenn Hanna zwischen den Gängen mal aufsteht und zur Spielecke läuft oder mal einen Trotzanfall bekommt, wenn ihr was nicht passt. Also auch in dieser Hinsicht ist Bauernhofurlaub absolut familienfreundlich.

Ab auf die Alm

Das beeindruckendste Erlebnis für uns Stadtkinder ist aber mit Sicherheit der Besuch auf der Alm. Hanna ist fasziniert von den Kühen und darf die frische, noch warme Milch direkt trinken.
Ehrlich gesagt hatte ich keinerlei Vorstellung wieviel Arbeit und Herzblut Bauern in die Milchwirtschaft stecken. Jeden Morgen und Abend fährt Hannes mit dem Auto auf die Alm zu seinen Kühen und Kälbern, treibt sie auf die Weide und zurück in Stall, füttert und pflegt sie, mistet den Stall aus und melkt natürlich. Von Hand schleppt er die Eimer mit Milch zu einem größeren, gekühlten Behälter, schüttet dort die gewonnene Milch zusammen und fährt sie dann ein paar mal die Woche hinunter ins Tal, wo sie dann von der Firma Tirol Milch abgeholt wird. Kein Wunder also, dass Bio Milch teurer ist. Absolut berechtigt. Die Milch ist jeden Cent wert. Und mich bestätigt es beim Einkauf darauf zu achten woher die Milch kommt.

Auf der Alm beim Melken.

Leckere, noch warme Milch.

Nach dem Melken dürfen die Kühe wieder auf die Weide.

Mein Fazit nach einer Woche

Bauernhofurlaub ist klasse. Es ist eine Urlaubsform, die absolut familienfreundlich ist, den Kindern super viel Spaß macht und einem tolle Erlebnisse mit Tieren beschert. Es waren viele andere Familien hier auf dem Hof, so dass die Kinder miteinander spielen konnten. Und wenn die Unterkunft so toll wie in unserem Fall ist, ist so ein Bauernhofurlaub für Eltern Entspannung pur. Wir werden wieder kommen.

Info

Der Biobauernhof Hinter-Altensberg liegt auf einem Hang oberhalb von Auffach abseits von Straßen aber nur einen Kilometer von der Schatzbergbahn entfernt. Der moderne und gepflegte Hof hat einen riesigen Garten mit Spielplatz, mehrere Ferienwohnungen, Doppel- und Familienzimmer. Alle Unterkünfte können wahlweise ohne Verpflegung, mit Frühstück oder Halbpension gebucht werden. Es gibt viele Tiere hier auf dem Hof an denen Kinder sicherlich ihre Freude haben. Das Essen ist bio und regional.
Zusätzlich zu den Zimmern im Hauptgebäude gehört auch das Haus Sonnleit zum Hof. Dort befinden sich drei Schlafzimmer mit gemeinsamen Bad und Kochgelegenheit auf dem Gang. Etwas abseits am Waldrand liegt noch eine Hütte für bis zu acht Personen, die ebenfalls gemietet werden kann.

Biobauernhof Hinter-Altensberg
www.hinteraltensberg.at
Dillentalweg, Auffach 52
A-6313 Wildschönau
Tel.: 0043/6769369727
Mail.: 
info@hinteraltensberg.at

 

Offenlegung: Unsere Reise in die Wildschönau wurde vom TVB Wildschönau  unterstützt. Ein herzliches Dankeschön dafür! Meine Meinung bleibt davon jedoch wie immer unangetastet.

5 Kommentare

  1. Liebe Stadtmama und Familie!
    Ein echt lesenswerter und liebevoller Bericht über meine geliebte Wildschönau.
    Es vergeht wohl kein Tag an dem ich nicht an meine alte Heimat mit Sehnsucht denke. Zu viele Erinnerungen verbinden mich noch immer mit der Wildschönau und vor Allem dem Markbachjoch. Leider kommen wir nicht mehr so oft um das Tal zu genießen. Wie habt ihr eigentlich den schönen Platz gefunden?
    Vielen, vielen Dank und alles Gute
    Pepi Herrmann

    • Stadtmamaunterwegs sagt

      Lieber Pepi.
      Vielen Dank. Es freut mich sehr, dass dir der Bericht gefällt. Es folgt bald auch noch einer;-) Ich kann sehr gut verstehen, dass du das Tal vermisst. Wie oft bist du denn noch in deiner alten Heimat?
      Viele liebe Grüße
      Isabell

      • Hallo Isabella!
        Wir waren zu Weihnachten in Tirol, (Wörgl und Bad Häring) und leider nur zwei mal in der Wildschönau um meine Cousine zu besuchen und ein Besuch der Kapelle am Joch. Vorher waren es etwa 6 Jahre seit dem letzten Besuch. Aber sobald ich in Pension gehe haben wir vor öfter nach Europa zu fahren und auch länger zu bleiben.
        Ganz liebe Grüße aus New Hampshire
        Pepi

        • Stadtmamaunterwegs sagt

          Oh zu Weihnachten ist es in der Wildschönau bestimmt auch sehr, sehr schön.
          Ja, sechs Jahre sind eine lange Zeit. Aber dann hast du ja auf jeden Fall etwas auf was du dich in deiner Pension freuen kannst. Es ist schön, dass du dann wieder mehr Zeit in deiner Heimat verbringen kannst.
          Bist du damals aus beruflichen Gründen in die USA ausgewandert?
          Liebe Grüße nach New Hampshire.
          Isabell

          • Liebe Isabell!
            Danke für die rasche Antwort.
            Zur Ausbildung war ich auf der Glasfachschule in Kramsach, Tirol, habe mich dann aber nach einigen Jahren selbstständig gemacht und bin 1968 nach New Hampshire als staatlich geprüfter Schilehrer und dann hier geblieben. Im Sommer arbeitete ich in meinem Beruf und wir haben jetzt schon seit 44 Jahren unser Glasgeschäft. Leider waren unsere Kinder nicht daran interessiert so werden das Ganze verkaufen und uns zur Ruhe setzen. Das Schifahren habe ich natürlich in der Wildschönau gelernt, mein Onkel hatte ja den Lift gebaut und er ließ uns gratis fahren. Hier in USA kann ich jetzt auch wieder gratis fahren weil ich schon so alt bin (ha ha) aber ich fahre noch sehr gern aber ich suche mir die Tage aus wenn es nicht gerade -30° hat.
            Also für heute liebe Grüße aus New Hampshire
            Pepi

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